GEA Group
 
Segmente

GEA Farm Technologies

GEA Heat Exchangers

GEA Mechanical Equipment

GEA Process Engineering

GEA Refrigeration Technologies

 

Ausblick und Ziele

Konjunktur

Die aktuelle Wirtschaftslage ist in allen Weltregionen auch weiterhin durch die Folgen der größten Wirtschaftkrise seit der Depression 1929 gekennzeichnet. Die Wirtschaftserwartungen zeugen jedoch in den meisten Ländern von zunehmendem Optimismus. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass die konjunkturelle Erholung in 2010 einsetzen wird. China wird hier eine führende Rolle einnehmen, da das Land nur begrenzt dem Einfluss der globalen Krise ausgesetzt war und zudem mit einem massiven Konjunkturprogramm die eigene Binnenwirtschaft stützte. Auch für Nordamerika, die Euro-Zone und für die verbleibenden asiatischen Märkte wird eine Rückkehr zu positiven Wachstumsraten erwartet. Im Durchschnitt der OECD-Staaten wird mit einem realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Die Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforschungsinstitute erwartet, dass sich die deutsche Wirtschaft nur zögerlich aus der Krise bewegen wird und dass sie erst gegen Ende 2011 wieder die Wirtschaftskraft von Mitte 2008 – unmittelbar vor den dramatischen Produktionseinbrüchen – erreicht haben dürfte. Aufgrund nur wenig verbesserter Absatzperspektiven sowie sich erschwerender Finanzierungsbedingungen dürfte die Inlandsnachfrage nur langsam steigen und die Zurückhaltung der Unternehmen bei Investitionsentscheidungen angesichts derzeitiger Überkapazitäten andauern. Insgesamt wird mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts für 2010 zwischen 1 und 2 Prozent gegenüber Vorjahr gerechnet.

Der VDMA geht für 2010 davon aus, dass der deutsche Maschinenbau in Summe das Produktionsvolumen des Jahres 2009 etwa halten kann, mit einer leicht positiven Tendenz im Jahresverlauf.

Die erreichte Stabilisierung auf den Finanzmärkten, ermöglicht durch massive staatliche Interventionen und Garantien, hat die Voraussetzungen für einen Wiederaufschwung geschaffen. Eine erneute Erschütterung des internationalen Finanz- und Bankensystems, zum Beispiel durch Not leidende Kredite, mit Ausstrahlung in die Realwirtschaft kann jedoch grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Nach der expansiven Finanzpolitik zur Abmilderung der Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird ein Abbau der strukturellen Haushaltsdefizite unumgänglich werden. Ob sich der beginnende Aufschwung als selbsttragend erweist, wird sich erst nach dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturpakete zeigen.

Die Rohstoffpreise werden in 2010 abhängig von einer steigenden Nachfrage aus China sowie einer möglichen Erholung der Weltwirtschaft voraussichtlich ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen. Dies sollte Investitionen in energieeffizientere Technologien und neue Rohstoffquellen – einem Kernarbeitsgebiet der GEA – begünstigen.

Neue Segmentierung


Am 22. September 2009 hat der Aufsichtsrat eine neue Segmentstruktur verabschiedet mit dem Ziel, das weitere profitable Wachstum durch eine auf Technologien klar fokussierte organisatorische Ausrichtung der Geschäfte zu begünstigen. Das Geschäft der bisher neun Divisionen, über das in zwei Segmenten berichtet wurde, wird in fünf neue Segmente umgegliedert. Hierbei ändert sich das Portfolio des Konzerns insgesamt nicht, aber die bisher zwei operativen Segmenten zugeordneten Gesellschaften werden nun auf fünf Segmente neu aufgegliedert. Diese fünf Segmente werden ab 2010 auch die nach IFRS maßgeblichen Berichtseinheiten bilden. Generell erleichtert die Reorganisation die Realisierung von operativen Synergien innerhalb der Segmente und erlaubt die Straffung nachgelagerter Verwaltungsebenen. Nach der Veräußerung des Großanlagenbaus und der Schließung der Ruhr-Zink konnte mit der organisatorischen Neuausrichtung des Kerngeschäftes begonnen werden. Das Segment „Sonstige“ bleibt auch nach der Reorganisation des Konzerns ab dem 1. Januar 2010 unverändert bestehen.

Insbesondere alle Geschäfte mit Wärmetauschern werden nunmehr in einem Segment gebündelt. Bisher waren sie über zwei Segmente verteilt, was hinsichtlich Akquisitionen, Produktentwicklungen und zunehmender Internationalisierung zu Überlappungen und Dopplungen innerhalb der bisherigen Organisationsstruktur führen musste. Von der Bündelung gleichartiger Geschäfte im Zuge der Neusegmentierung versprechen wir uns erhebliche Synergien, insbesondere im Vertriebs-, Beschaffungs- und Fertigungsbereich. Investitionen und Produktentwicklungen können wirksamer als bisher koordiniert und umgesetzt werden. Darüber hinaus wird die führende Position der GEA in verschiedensten Technologien über die künftige Segmentstruktur erkennbar.

Im Zuge dieser Reorganisation werden wir auch die Anzahl rechtlicher Einheiten verringern, was die Komplexität des Konzerns weiter reduziert. Durch den Wegfall bzw. die Straffung unterer Verwaltungsebenen werden Verwaltungskosten eingespart. Die im Zuge der Zusammenlegung von rechtlichen Einheiten entstehenden größeren Verantwortungsbereiche erhöhen außerdem auch unsere Attraktivität als Arbeitgeber.

Von der Reorganisation der GEA Group erwarten wir uns ab 2012 ein jährliches nachhaltiges Ergebnisverbesserungspotential von mindestens 65 Mio. EUR. Dem stehen Einmalaufwendungen von etwa dem 1 bis 1,5-fachen der jährlichen Einsparungen gegenüber.

Ausblick auf die Geschäftsentwicklung


Die Produktentwicklung bei GEA ist bestimmt von der Suche nach energieeffizienten bzw. Ressourcen schonenden Lösungen für die Prozesse unserer Kunden. Das stetige weitere Wachstum der Weltbevölkerung und die global steigende Nachfrage nach veredelten Nahrungsmitteln und Energie wird dem Konzern mittel- bis langfristig eine im Vergleich zur Branche weniger zyklische Auftragslage sichern. Die Wachstumsraten in unseren Kernmärkten Nahrungsmittelprozess- und Energietechnik werden oberhalb des Wachstums der weltweiten Bruttoinlandsprodukte erwartet. Insbesondere in den Wachstumsmärkten Asiens sowie im Mittleren Osten gehen wir von einer kurzfristigen Belebung des Geschäfts aus, während die anderen Regionen langsamer wachsen werden.

Das im vierten Quartal 2008 eingeleitete Maßnahmenprogramm zur Kapazitätsanpassung, Effizienzverbesserung und Reduzierung der Verwaltungskosten haben wir konsequent umgesetzt. Insgesamt mussten wir die Anzahl unserer Mitarbeiter ohne Veränderungen im Konsolidierungskreis um 1.314 verringern. Diese Maßnahmen werden erstmals in 2010 ihre positive Wirkung voll entfalten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2010 erwarten wir

  • einen Anstieg in der Investitionstätigkeit der Nahrungsmittelindustrie basierend auf einem ungebrochenen Wachstum in der Nachfrage nach veredelten Lebensmitteln,

  • eine Erholung der Investitionstätigkeit im Bereich der Energieerzeugung, insbesondere im Öl- und Gasgeschäft, aufgrund der Annahme eines mittelfristig steigenden Preisniveaus,

  • ein wachsendes Interesse an energieeffizienten Prozesslösungen, das die Nachfrage nach Ingenieurlösungen und Produkten der GEA unterstützt,

  • einen Anstieg der Preise bei wesentlichen Materialien, der die bisherige Zurückhaltung
    bei Investitionen in Erwartung sinkender Anlagenpreise reduzieren wird sowie

  • ein weiterhin niedriges Zinsniveau.

In Folge der oben beschriebenen Entwicklungen sollte sich die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen der GEA Group im Vergleich zum dritten und vierten Quartal 2009 spürbar beleben. Wir gehen daher von einem moderaten Anstieg des Auftragseinganges, einer entsprechenden Stabilisierung des Umsatzes und damit von einem Margenniveau zumindest auf Höhe des abgelaufenen Geschäftsjahres 2009 aus.

Voraussichtlich wird es jedoch zwei bis drei Jahre dauern, bis die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in allen Segmenten und damit im Konzern überwunden sind.

Es bleibt aber abzuwarten, wie die für GEA wichtigen Absatzländer ihre erheblich gestiegene Verschuldung in den Griff bekommen werden, ohne durch damit eventuell verbundene Ausgabenkürzungen das weltweite Konjunkturklima wieder abkühlen zu lassen.

Wir gehen davon aus, dass wir unter Berücksichtigung der eingeleiteten Maßnahmen zur Komplexitätsreduzierung über die Konjunkturzyklen hinweg eine nachhaltige EBITMarge von 12 Prozent erreichen.

Die Strategie, Unternehmen insbesondere im Bereich Nahrungsmittelprozess- und Energietechnik zu erwerben, welche vorhandene technologische Prozesse unserer Kunden ergänzen oder neue Märkte eröffnen, werden wir weiter fortsetzen. Wir gehen dabei davon aus, dass ab 2010 die Verkäufer in ihren Preisvorstellungen die aktuelle weltwirtschaftliche Lage stärker als bisher berücksichtigen werden.

Zum 31. Dezember 2009 betrug die Nettoliquidität des Konzerns 47,1 Mio. EUR. Die nicht genutzten Barkreditlinien belaufen sich auf 949 Mio. EUR. Aus den verbliebenen Rückstellungen für die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche rechnen wir in 2010 mit Finanzmittelabflüssen in Höhe von 220 Mio. EUR. Insgesamt gehen wir davon aus, neben den noch zu erwartenden Auszahlungen aus den nicht fortgeführten Geschäftsbereichen und für Restrukturierungen auch wesentliche Investitionen in die Zukunft des Unternehmens aus dem operativen Geschäft und zur Verfügung stehenden Kreditlinien finanzieren zu können.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, für 2009 eine Dividende von 0,30 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht unserem langfristigen Ziel, ein Drittel des Konzernergebnisses als Dividende auszuschütten.

Bochum, 1. März 2010

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19.03.2010
17:35 Uhr

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