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Ausblick


Konjunktur

Das gemeinsame Herbstgutachten der führenden deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute erwartet, dass sich die Expansion der Weltwirtschaft etwas abschwächen, aber insgesamt kräftig bleiben wird. Das reale Bruttoinlandsprodukt der Welt wird danach in 2007 um 3,1 Prozent zunehmen, die Wachstumsprognose für den Euroraum liegt bei 2,1 Prozent in 2007. Die Bundesregierung erwartet im Jahreswirtschaftsbericht für Deutschland 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum in 2007. Die für unser Geschäft relevanten Ausrüstungsinvestitionen werden nach Einschätzung des Herbstgutachtens im Binnenmarkt Deutschland nochmals kräftig zunehmen, auch weil die Abschreibungsbedingungen mit Beginn des Jahres 2008 verschlechtert werden.

Wir gehen davon aus, dass grundsätzlich ein reales weltweites Wachstum in der Größenordnung von gut drei Prozent in 2008 und darüber hinaus möglich ist. Allerdings sind gleich zwei große Volkswirtschaften, die als wesentliche Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft gelten können, mit Unsicherheitsfaktoren belastet: In den USA deutet sich eine konjunkturelle Abkühlung an, weil der wichtige private Konsum infolge hoher Energiepreise und merklicher Korrekturen am Immobilienmarkt schwächer wird. Die chinesische Wirtschaft bewegt sich am Rand einer Überhitzung. Dennoch sprechen eine Reihe von Indikatoren, darunter die Aussicht auf zumindest nicht mehr steigende Zinsen und die starke Liquidität in den Finanzmärkten, für eine Fortsetzung des Wachstums in allen Regionen der Welt. Hohe Wachstumsraten dürften weiterhin aus den Schwellenländern Asiens und Osteuropas zu erwarten sein. Aber auch die USA, Japan und die Eurozone könnten anhaltende Wachstumsraten in der Größenordnung von knapp zwei bis drei Prozent erreichen.

Die geopolitischen Risiken für die weltwirtschaftliche Entwicklung sind jedoch beträchtlich. Die Nuklearprogramme Irans und Nordkoreas und das damit verbundene Konfliktpotenzial, die Auseinandersetzungen im Nahen Osten sowie Außenhandelskonflikte sind an sich schon schwerwiegende Bedrohungen konjunkturellen Wachstums. Weitere mögliche exogene Schocks wären ernsthafte Einschränkungen der Öl- und Gasversorgung und terroristische Anschläge.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erwartet für 2007 einen Produktionszuwachs von 4 Prozent. Der Auftragsbestand sichere die hohe Auslastung bis weit über die erste Jahreshälfte hinaus. Der Verband erwartet auf der Basis der ohnehin hohen Ausfuhrquote von 77,4 Prozent in 2006 nochmals einen leichten Zuwachs im Ausland. Auch das Inlandsgeschäft gewinne weiter an Dynamik.

Die wichtigsten Absatzmärkte der GEA Group - Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Energiewirtschaft, Chemie/Petrochemie sowie Pharmaindustrie - werden in den kommenden Jahren weiter wachsen, weil sie im Wesentlichen getrieben werden vom Wachstum der Weltbevölkerung und steigenden Haushaltseinkommen insbesondere in den Schwellenländern. Steigender Bedarf an verarbeiteten Lebensmitteln, Medikamenten und Energie hat steigende Nachfrage nach Verfahrenstechnik zur Folge. Davon profitiert die in diesem Bereich besonders breit aufgestellte GEA Group.

Ausrichtung des Konzerns in den kommenden zwei Jahren

Nach dem geplanten Verkauf des Großanlagenbaus wird sich der Konzern auf den Ausbau seiner Kernkompetenz Verfahrenstechnik konzentrieren. Organisches Wachstum und Akquisitionen werden dabei gleichermaßen Auftragseingänge und Umsätze fördern. Auf Basis der heute schon erreichten soliden Marktpositionen wird die Ausrichtung dabei in stärkerem Maße als bisher auf qualitativem Ergebniswachstum liegen.

Ausblick auf die Geschäftsentwicklung

Für 2007 und 2008 erwartet der Vorstand auf der Basis des sehr hohen Auftragseingangs 2006 in Höhe von 5,0 Mrd EUR einen nochmals leichten Anstieg. Ausgehend von einem Umsatz in Höhe von 4,3 Mrd EUR im Geschäftsjahr 2006 geht der Vorstand von einem Umsatzanstieg von jeweils 5 bis 10 Prozent in den kommenden beiden Geschäftsjahren aus. Das operative Ergebnis sollte überproportional weiter wachsen. Insbesondere wird dies für die Kernsegmente gelten, wo mittelfristig ausgehend von einem EBIT von 321,2 Mio EUR ein Anstieg von heute 8 Prozent EBIT-Marge auf knapp 10 Prozent in den nächsten drei Jahren angestrebt wird. Dabei werden alle drei Kernsegmente zu dieser Entwicklung beitragen. Für 2007 sollte die Verbesserung vor allem bei den Divisionen Lufttechnik, Mechanische Trenntechnik und Energietechnik erkennbar werden, deren Ergebnisse in 2006 jeweils durch einmalige Ereignisse belastet waren.

Unter der Voraussetzung, dass die Konjunktur sich weiterhin positiv entwickelt, erwartet der Vorstand für den Konzern eine Verbesserung der EBIT-Marge von heute 6,9 Prozent auf über 8 Prozent in den nächsten drei Jahren.

Für 2007 und die Folgejahre geht der Vorstand von einer Investitionsquote für Sachanlagen von 2 Prozent vom Umsatz mit leicht steigender Tendenz für die Folgejahre aus.

Auf Grund der Art unseres Geschäfts wird der Materialaufwand auch in den kommenden Jahren deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes betragen. 2007 und 2008 wollen wir uns von aktuell 58 Prozent auf eine Quote von 55 Prozent verbessern, obwohl wir weitere Rohstoffpreissteigerungen, wenngleich in abgeschwächter Form, erwarten.

Die Nettoposition wird sich durch den Verkauf des Großanlagenbaus um rund 500 Mio EUR reduzieren. Dabei werden die Abflüsse teilweise bis über das Jahr 2008 hinaus erfolgen. Durch den zu erwartenden positiven Cash-Flow für 2007 und 2008 aus den fortgeführten Geschäftsbereichen wird sich die Nettoposition vor Akquisitionen auf vergleichbarer Basis deutlich erhöhen.

Aus heutiger Sicht gehen wir für 2007 von der Wiederaufnahme der Zahlung einer Dividende aus.


Bochum, 19. März 2007

Der Vorstand