Geschäftstätigkeit
Beschreibung der Geschäftstätigkeit und Wettbewerbsposition
Die GEA Group ist innerhalb ihrer Kernkompetenz "Verfahrenstechnik" ein technologisch breit aufgestellter Konzern. Unmittelbar vergleichbare Wettbewerber gibt es nicht. Ein wirtschaftlicher Vergleich mit Wettbewerbern bietet sich jedoch auf der technologischen, d.h. auf der Divisionsebene an.

Segment Customized Systems
Das Produktspektrum der Division Lufttechnik umfasst zentrale und dezentrale Geräte zur Heizung, Kühlung und Lüftung. Einsatzgebiete sind z.B. Hotels, öffentliche Gebäude, Einzelhandels- und Gewerbeimmobilien, Freizeitstätten und Produktionshallen. Für die Pharma- und Elektroindustrie sowie für Krankenhäuser werden komplette Reinraumsysteme angeboten. Ein Sondergebiet ist die Luftfiltertechnik (Abscheider und Filter bis hin zu kompletten Filteranlagen), die unter anderem in der Automobilindustrie, der Gebäudetechnik und in verschiedenen Bereichen der Prozesstechnologie verwendet wird. In einem stark fragmentierten Markt gehört die Division Lufttechnik zu den größten Anbietern in Europa und belegt aktuell die Position 2 in ihrem Markt.
Die Division Kältetechnik befasst sich mit dem industriellen Kühlen von Prozessen und Produkten. Das Angebotsspektrum basiert auf den Kernkomponenten Hubkolben- und Schrauben-Verdichter, die mit weiteren zum Kältekreislauf gehörenden Komponenten und Apparaten in Kälteanlagen und komplexen Systemen integriert sind. Haupteinsatzfelder sind die qualitätssichernde Verarbeitung und Lagerung sowie der Transport von Nahrungsmitteln. Daneben gibt es zahlreiche Anwendungen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, auf dem Gebiet der Schiffskälte sowie zunehmend im Freizeitbereich (z.B. Indoor-Skihallen). Weltweit ist die Kältetechnik zweitgrößter Marktteilnehmer.
Segment Process Equipment
Die Division Verfahrenstechnische Komponenten beinhaltet zahlreiche, meist kundenspezifische Maschinen und Ausrüstungen für die optimale Wärmenutzung, für die Maschinenkühlung und für technologische Spezialgebiete. Kompaktwärmetauscher (Ladeluftkühler für Dieselmotoren und Generatorenkühler für Maschinen) und Rohrbündelwärmetauscher (Transformatorenölkühler für die Energietechnik und die Petrochemie) sind die traditionelle Technologie. Ventile und Pumpen werden als Komponenten für die Flüssigkeitsverarbeitung in Molkereien, Brauereien und der Pharmaindustrie eingesetzt. Hauptkunden für Homogenisatoren sind Molkereien. Das größte Potenzial besteht zurzeit bei Plattenwärmetauschern für die Lebensmittelverarbeitung und sonstige industrielle Anwendungen. In ihren Teilmärkten belegt die Division ganz überwiegend Position 1 oder 2 am Weltmarkt.
Die Tochtergesellschaften der Division Mechanische Trenntechnik entwickeln, produzieren und vertreiben Separatoren und Dekanter. Dies sind Zentrifugen, mit denen Feststoffe aus Flüssigkeiten separiert oder Flüssigkeitsgemische bei gleichzeitiger Feststoffabschleuderung getrennt werden können. Bereits 2005 hat die Division ihr Leistungsspektrum um keramische Membrantechnologie ergänzt. Das zentrale Know-how liegt in der ausgefeilten und vielfach patentierten Verfahrens- und Prozesstechnik. Die Division ist einer der beiden Weltmarktführer im Bereich der auf Zentrifugen basierenden Trenntechnik.
Technologien rund um die Milchgewinnung und -lagerung stehen im Zentrum der Geschäftstätigkeit der Division Landtechnik. Diese Division begleitet den gesamten Milcherzeugungsprozess beim Kunden von der Stallhygiene über die Kühltechnik bis hin zur tiermedizinischen Pflege. Das Leistungsspektrum wird weltweit für alle Herdengrößen und alle Kundenanforderungen angeboten. Dabei wird modernste computergesteuerte Fütterungs- und Herdenmanagement-Technik eingesetzt. Die Division Landtechnik ist weltweit die Nummer 2.
Die Division Energietechnik ist Pionier und international führend im Bereich der industriellen Luftkühlung. Hauptproduktgruppen sind die direkte und die indirekte Trockenkühlung, die als Systeme zur Kühlung im Kraftwerksbereich, in Müllverbrennungsanlagen und in Biomasseanlagen eingesetzt werden, sowie Nasskühlsysteme. Des Weiteren werden luftgekühlte Wärmetauscher produziert, die als Prozesskühler vor allem in der chemischen und petrochemischen Industrie verwendet werden. Insbesondere angetrieben von starker Nachfrage aus China und dem Mittleren Osten wächst das Weltmarktvolumen für die Produkte der Division Energietechnik, die einer der beiden Weltmarktführer ist.
Segment Sonstige
Trocknungstechnik, Ausrüstungen für die Pharmaindustrie und Flüssigkeits-Engineering sind die Kernkompetenzen der Division Prozesstechnologie, mit denen sie jeweils die Weltmarkt führende Position einnimmt. Pulververarbeitung und Pulver-Handling sind Schlüsselprozesse z.B. für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie für die Molkereiwirtschaft und die Nahrungsmittelbranche. Im Arbeitsgebiet Flüssigkeitsverarbeitung werden integrierte Prozesslinien für Molkereien und Brauereien angeboten. Auf dem Gebiet der thermischen Verfahrenstechnik bedient die Division insbesondere den Markt für Biokraftstoffe, die Nahrungsmittelwirtschaft, die chemische Industrie sowie die Biotechnologie.
Alle weiteren Aktivitäten des Konzerns werden unter dem Begriff Sonstige zusammengefasst. Den wesentlichen Anteil im Segment Sonstige stellt die Ruhr-Zink mit ihrer Tochtergesellschaft mg Rohstoffhandel. Der Hüttenbetrieb profitierte im Berichtszeitraum von den stark angestiegenen Zinkpreisen.
Internes Steuerungssystem
Bei der Umsetzung der strategischen Planung für die fortgeführten Geschäftsbereiche sind alle Aktivitäten der GEA Group darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert zu steigern. Zentrale Messgröße ist die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE). Der ROCE ergibt sich aus dem Verhältnis des operativen Ergebnisses der Geschäftstätigkeit vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum eingesetzten Kapital (Capital Employed - definiert als Anlagevermögen zuzüglich Working Capital). Die GEA Group setzt ein umfassendes Steuerungssystem für den ROCE ein. Dabei werden der ROCE in steuerungsrelevante und zeitlich vorlaufende Werttreiber herunter gebrochen und die relevanten Einflussfaktoren regelmäßig analysiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei künftig stärker der Steigerung der EBIT-Marge als wesentlichem Indikator der Stärkung der Ertragskraft der operativen Einheiten. Mindestens einmal pro Quartal finden so genannte Review-Meetings mit den Divisionen zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung statt. Auf dieser Grundlage wirkt der Vorstand möglichen negativen Einflüssen der relevanten Werttreiber frühzeitig entgegen. Im Rahmen des umfassenden Steuerungskonzeptes sind EBIT bzw. EBT und Capital Employed auch wesentliche Bestandteile des Vergütungssystems.
Aufgrund der Bedeutung der Anzahlungen für den Großanlagenbau und der damit verbundenen Zinseffekte wird im Plant Engineering ausschließlich nach Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) gesteuert.
Produktion
Unter dem Dach der GEA Group und ihrer Segmente sind meist mittelständische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zusammengefasst. Sie besetzen eine Vielzahl von attraktiven Märkten. Ebenso vielfältig wie die Zahl der Anwendungen sind auch die im Leistungsspektrum enthaltenen Technologien. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der auftragsbezogenen Einzelfertigung. Flexible Produktionskonzepte mit geringen Durchlaufzeiten sorgen für günstige Kostenstrukturen bei niedriger Kapitalbindung. Ihre Produktionskapazitäten in Wachstumsmärkten erweitert die GEA Group konsequent. Auf diese Weise werden die Kosten z.B. im Logistikbereich reduziert und durch verstärkte regionale Präsenz die Marktstellung verbessert.
Forschung und Entwicklung
Innovation ist die treibende Kraft in der GEA Group. Daraus resultieren effiziente Produkte und Systeme mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis, die im Zusammenspiel mit einem ergänzenden Dienstleistungsspektrum entscheidenden Mehrwert für die Kunden schaffen. Auf diese Weise sichern sich die Unternehmen der GEA Group den technologischen Vorsprung, der in einem sich verschärfenden globalen Wettbewerb unerlässlich für nachhaltigen Erfolg ist. Ein Ausweis der Innovationskraft eines Unternehmens ist die Zahl der Patente, die im Laufe eines Jahres angemeldet werden. In den fortgeführten Geschäftsbereichen der GEA Group waren es im Geschäftsjahr 2006 insgesamt 69 (2005: 102) neue Patente. Insgesamt beschäftigte die GEA Group 2006 im Bereich der Forschung und Entwicklung (F&E) 399 Mitarbeiter gegenüber 398 im Jahr 2005. Die Aufwendungen für F&E beliefen sich auf 68,2 Mio EUR nach 51,4 Mio EUR im Vorjahr. Damit hat die GEA Group im Berichtsjahr 1,6 Prozent (Vorjahr: 1,5 Prozent) des Umsatzes in F&E investiert. Ausdruck der Innovationskultur ist der Innovationswettbewerb, der schon seit Jahren in den Segmenten Customized Systems, Process Equipment und Process Engineering ausgerichtet wird. Dieser Wettbewerb belohnt jedes Jahr aufs Neue die Fähigkeit und den Mut der Mitarbeiter, aus Visionen Ideen und aus Ideen neue Anwendungen, Prozesse oder Produkte entstehen zu lassen. Sieger des Jahres 2006 war die Division Mechanische Trenntechnik, die ihre Verfahren beispielsweise zur Ölgewinnung aus Oliven oder zur Fruchtsaftextraktion aus Obst ergänzt hat um einen Prozessschritt, in dem mit Hilfe von elektrischem Strom Zellwände durchlässig gemacht werden. Erst nach dieser Vorbehandlung erfolgt die eigentliche Separation im Dekanter. Für den Kunden bedeutet das insgesamt einfachere Prozesstechnik und höhere Ausbeute.
Beschaffung
In der GEA Group werden die Beschaffungsaktivitäten unternehmens- bzw. divisionsübergreifend koordiniert. Bei einem Einkaufsvolumen von rund 2,6 Mrd EUR und einer entsprechenden Konjunktur bedingten hohen Kapazitätsauslastung unserer Lieferanten war das Jahr 2006 eine besondere Herausforderung für das Supply Management. Wichtige Rohstoffpreise zogen weiter an: Aluminium stieg im Jahresdurchschnitt um 20 Prozent, Kupfer um 57 Prozent, Zink um mehr als 100 Prozent und legierte Stähle um bis zu 13 Prozent. Durch ein gezieltes Rohstoff-Risk-Management werden die Einkaufspreise besser kalkulierbar und die Risiken fehlender Materialverfügbarkeit minimiert. Bei der Beschaffung von Komponenten konnten Preiserhöhungen über mehrjährige Rahmenverträge weitestgehend ausgesetzt werden. Durch Bündelung von Einkaufsvolumina und die Auswahl globaler Lieferanten konnten bei ausgewählten Produkten weitere Einsparungen erzielt werden.
Umwelt
Maßnahmen zum Schutz der Umwelt gehen in vielen Bereichen über die gesetzlich festgelegten Anforderungen hinaus. Moderner, produktionsintegrierter Umweltschutz, der sparsame Einsatz von Ressourcen, Verbundwirtschaft und umfassender Gesundheitsschutz sind für die produzierenden Unternehmen der GEA Group selbstverständlich. Im Rahmen von Umweltschutzmanagement-Systemen wird Umweltbelastungen vorgebeugt. Produktionsabfälle werden getrennt und so weit wie möglich einer Wiederverwendung zugeführt. Durch Abluftfilter, Aufbereitung von Prozessflüssigkeiten und Sammelbehälter werden Umweltbelastungen weitgehend vermieden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird durch Umwelt-Zertifizierungen nach DIN EN ISO 14001 belegt. Ein beträchtliches Geschäftsvolumen wird mit Technologien, Produkten und Anlagen realisiert, die dem Umweltschutz bzw. der Schonung der Ressourcen dienen. Innovative Produkte und Verfahren der GEA Group verbinden dabei Wirtschaftlichkeit mit bestmöglicher Umweltverträglichkeit.
Segment Process Engineering
Unter dem Gesichtspunkt nachhaltigen Wirtschaftens sind die Aktivitäten der GEA Group nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung für eine ganze Reihe von Herausforderungen unserer Zeit zu verstehen. Die GEA Group ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der insbesondere für die Nahrungsmittelindustrie, aber auch für Energie erzeugende Unternehmen und die Chemische Industrie tätig ist. Energieeffizienz ist ein wesentlicher Bestimmungsfaktor für die Total Cost of Ownership und damit ein zentrales Designkriterium in vielen unserer Maschinen und Anlagen. Mit der Lurgi Bischoff ist die GEA Group zudem im Bereich der Rauchgasreinigung als einer der führenden Anbieter tätig. Unsere Kunden erreichen durch Einsatz dieser Anlagen signifikante Reduzierungen ihrer Emissionswerte. Die GEA Energietechnik ist Pionier und einer der Weltmarktführer für industrielle Luftkühlung. Die zentrale Idee, Luft statt Wasser als Kühlmedium einzusetzen, schont Grundwasserressourcen und verhindert die Erwärmung von Gewässern. Im Maschinenbau selbst sind die Emissionsmengen und der Energieverbrauch in aller Regel relativ gering. Im Anlagenbau als Dienstleistung sind sie sehr gering. Unsere Kunden leisten mit dem Einsatz unserer Maschinen und Anlagen in der Regel einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz, beispielsweise bei der Entscheidung für natürliche Kältemittel. Auch in diesem Feld der Verfahrenstechnik sind Ökologie und Ökonomie längst kein Widerspruch mehr. Zwar können die Investitionen für kältetechnische Anlagen, die mit natürlichen Kältemitteln betrieben werden, höher als bei anderen Anlagen sein, jedoch sind die Betriebskosten wegen der höheren Effizienz, der längeren Lebensdauer, des geringeren Instandhaltungsaufwands und der niedrigeren Kosten für die Beschaffung und Entsorgung des Kältemittels wesentlich niedriger.